Bezirksliga 2a – Runde 4
Eine böse aber nicht unverdiente Auswärtsschlappe musste unsere zweite Mannschaft in der B2a beim SC Nürnberg 1911 hinnehmen. Ich habe lange gezögert, diesen Bericht zu schreiben, weil ich eigentlich als Einziger auf Gewinn stand und es saublöd weggeschmissen habe. Dazu später mehr.
Nach ca. 1 Stunde schloss unser Winfried Weber an Brett 1 Frieden in einer Stellung, in der Winnies König bereits etwas luftig stand.
Nach knapp 2 Stunden dann eine Überraschung an Brett 5, wo Ivan Krushevsky in nicht besonders guter Stellung eine Figur geschenkt bekam und der Gegner sofort aufgab. zuvor hätte er schon in dieser Stellung
Mit Sh5! den Schwarzen in Probleme bringen können, weil der Läufer auf f6 sowohl g7 (Matt) als auch g5 (wegen Sg5) kontrollieren muss. 1,5:0,5
Den Ausgleich erzielten die 11er kurz darauf an Brett 7, wo André Schilays kaputte Bauernstruktur von seinem Gegner im Endspiel mustergültig ausgenutzt wurde. 1,5:1,5
Mit meiner Partie (Brett 3) konnte ich anfangs recht zufrieden sein, kam es doch nach 10 Zügen zu dieser Stellung:

Jedem jungen Schacheleven sollte klar sein, dass hier was nicht in Ordnung ist, lernen wir doch „mit der Muttermilch“, dass der Wegzug des f-Bauern beim unrochierten König größte Gefahr hervorruft. Doch anstatt mich bequem zurückzulehnen und reinzuschauen spielte ich a tempo Sd2?? mit der – nicht unvernünftigen – Idee, auf e4 einen Springer einzupflanzen.Das hätte ich auch nach Sg5! machen können, wo nebenbei noch der Einschlag auf h7, Dh5+ und die Öffnung der Stellung mit f4 droht, quasi mit Gewinnstellung. Die erreichte ich kurz darauf mit 2 Mehr- und Freibauern, allerdings waren meine Figuren weit ab vom König und ich war zu versessen auf den Meterialvorteil, dass der anrollende Gegenangriff meines Gegners zu schnell kam und nur halbherzig abgewehrt wurde.
Das Matt war dann konsequent und bitter. 1,5:2,5.
„Verlieren schmerzt mehr als Siegen schön ist.“ Aber als Sportsmänner gilt es trotzdem die Haltung zu bewahren, oder, wie Rudyard Kipling in seinen Gedicht „if“ schreibt:
„wenn Du Sieg und Niederlage hinnimmst und beide Betrüger gleich willkommen heißt.“
(if you can meet with triumph and desaster and treat those two impostors just the same.)
Praktisch zeitgleich erwischte es auch Captain F. X. Beer (Brett 4), dessen König in starker Bedrängnis praktisch Selbstmord beging. 1,5:3,5. Da es an den anderen Brettern auch nicht so toll aussah, war die Schlappe schon abzusehen.
Wolfgang Brunner (Brett 2) war nicht so gut aus der Eröffnung gkommen und kämpfte mit den letzten Sekunden gegen eine anrückende Bauernmehrheit. Da bei der elektronischen Schach der Alarmton aktiviert war (wenn weniger als 10 Sekunden übrig sind), musste Wolfgang unter Dauergepiepe die Waffen strecken. 1,5:4,5
Für Ergebniskosmetik konnte nur noch Christian Junker (Brett 6) und einem Remis aus minimal schlechterer Stellung sorgen. 2:5
Für unseren Noah Lehner (Brett 8) ging es schon in der Eröffnung in die falsche Richtung. Dass er dann noch als Letzter spielte zeugt von großer Zähigkeit.
So steht am Ende ein hartes 2:6, das uns auf den vorletzten Tabellenplatz und in den Abstiegskampf zurückwirft.
Chancen im Abstiegskampf
Glaubt man dem
einem Prognosetool des Schachklubs Bad Homburg (das auf der Basis der Spieler-DWZ und des Restprogramms den wahrscheinlichsten Ligaausgang vorhersagt), so haben wir noch realistische Chancen vor Erlangen, Hiltpoltstein und evtl. Büchenbach/Roth den 8 oder evtl. 7. Platz zu erreichen.

Wegen der 6 Aufsteiger aus den Kreisen in die Bezirksliga 2, steigen sicher die zwei letzten aus den zwei B2-Staffeln ab. Jeder zusätzliche Absteiger aus der Regionalliga Nord-Ost in unseren Bezirk Mittelfranken wird „nach unten durchgereicht“. Bei 2 Absteigern aus der RNO steigen also auch jeweils die 8. aus den B2-Staffeln ab. Bei einem Absteiger aus der RNO gibt es ein Relegationsspiel zwischen den achten der B2a und B2b. Leider ist aktuell unsere 1. Mannschaft in RNO akut abstiegsgefährdet, also heißt es Daumendrücken, ebenso für die Mannschaften der Süder und von Noris-Tarrasch!
Also, 2. Mannschaft merkt Euch die Spieltage gegen die Hauptkonkurrenten vor!:
- 6. Runde (01.02.2026) gegen Büchenbach/Roth
- 9. Runde (03.05.26) gegen Heideck/Hiltpoltstein

