Regionalliga Nordost – Runde 5
In der fünften Runde der Regionalliga Nordost wartete mit dem SC Forchheim der dickste Brocken auf unsere erste Mannschaft. Der langjährige Zweitligist hat immer noch fünf Spieler in seinen Reihen, die in der Bundesligasaison 2012/13 zum Einsatz kamen und an Brett 1 spielt mit GM Vlastimil Jansa der Seniorenweltmeister von 2018, der 1975 in den Top-100 der Weltrangliste zu finden war. Zudem spielten die Forchheimer erstmals in dieser Saison in Stammbesetzung, mit der sie den besten Schnitt der Liga haben. Die Favoritenrolle war angesichts des DWZ-Schnitts von 2095:1921 also klar verteilt, doch unser Team spielte einen bärenstarken Wettkampf.
Das erste Ergebnis gab es bei Wolfgang Brunner, der schnell ausgleichen konnte und in ein Endspiel mit ungleichfarbigen Läufern abwickelte. Auch Ralf Seitner kam mit Schwarz gut in die Partie und es gelang ihm ob des in der Mitte verbliebenen weißen Königs die Initiative zu übernehmen. Bald war ein Leichtfigurenendspiel auf dem Brett, in dem der gegnerische FM die Punkteteilung anbot. Lorenz Schilay versuchte sein Glück gegen GM Jansa mit einem Angriff am Königsflügel. Doch dieser ließ seinen König in der sicheren Mitte und nutzte seine Vorteile am Damenflügel. Bei Andreas Niebler waren heterogene Rochaden auf dem Brett und sein Bauernsturm am Königsflügel war deutlich schneller voran gekommen als der auf der anderen Seite. Die schwarzen Verteidigungsmaßnahmen führten zu einem Abtausch im Zentrum, wonach Andreas dank aktiverer Figuren in ein gewonnennes Endspiel abwicklen konnte. Jozef Smyk hatte eine ausgezeichnete Stellung erreicht, in der seine Springer dank starker Stützpunkte der Partie ihren Stempel aufdrückten. Aber Jozef sah kein konkretes Durchkommen und teilte den Punkt. Andreas Hierl übernahm gegen seinen rund 300 DWZ-Punkte schwereren Kontrahenten im Mittelspiel die Initiative und gewann einen Bauern. Im Endspiel mit Dame und Turm hätte die Majorität am Damenflügel die Entscheidung bringen können, nach einem falschen Bauernzug musste sich Andreas jedoch mit einem Remis begnügen. Martin Simon – ebenfalls mit 300 DWZ-Differenz – versuchte es mit langer Rochade und Bauernsturm am Königsflügel. Allerdings setzte der Gegner im Zentrum den ersten Schlag und beim Übergang ins Schwerfigurenendspiel ging ein Bauer verloren, der in der Folge nicht mehr zu kompensieren war. Damit lagen wir 3:4 hinten und es lief noch die Partie von Sebastian Mösl. Dieser hatte den frühen Bauernvormarsch seines Gegenübers am Königsflügel mit der Öffnung des Zentrums gekontert. Das hatte ihm zwar einen isolierten Doppelbauern auf der b-Linie beschert, doch dafür hatte er das Läuferpaar in einer offenen Stellung, zwei offene und zwei halboffene Linien für seine Türme und den weißen König noch auf seinem Ursprungsfeld. Sebastian gelang es den Druck aufrecht zu erhalten und kurz vor der ersten Zeitkontrolle fand er in Zeitnot zwar den möglichen Figurengewinn nicht, aber der Ertrag von Bauer und Quali mehr war für das Endspiel im Gewinnsinne ausreichend. Damit stand ein starkes 4:4 zu Buche, bei dem wir ein deutlich favorisiertes Team am Rande einer Niederlage hatten und mit dem wir die rote Laterne abgegeben haben.

