Bezirksliga 2a – 6. Spieltag
Hoch motiviert trat unsere zweite Mannschaft bei der SG Büchenbach/Roth 2 an, um im Abstiegskampf zu punkten. Wir konnten zwar nicht in Bestbesetzung antreten, feierten aber mit Alvaro Gallardo das Comeback eines „verlorenen Sohnes“. Dazu später mehr.
Als der Berichterstatter nach knapp 2 Stunden seinen Rundgang um die Bretter absolvierte, ergab sich folgende unklare Gefechtslage:
- Brett 2 (Birkner): bequeme Stellung und guten Mutes.
- Brett 3 (Gallardo) hat den Gegner positionell im Griff.
- Brett 5 (Beer) stand sehr beengt und potentiell auf Verlust.
- Brett 6 (Krushevsky) ziemlich unklar, und der Gegner steckt inmitten einer einstündigen Denkpause.
- Brett 7 (Junker): die Stellung öffnet sich gerade mit potentieller Gefahr für beide Könige.
- Brett 8 (Hierl) schaut nicht so super aus.
- andere Bretter relativ ausgeglichen.
Nach ca. 2 Stunden folgte dann das erste Remis an Brett 1, wo Wolfgang Brunner mit Mehrbauer und leichtem Vorteil lieber nichts riskieren wollte:
Ebenfalls ein verdientes Remis folgte für André Schilay an Brett 7.
Kurz darauf musste unser Jungspieler Ivan Krushevsky (Brett 5) eine herbe Niederlage gegen seinen noch jüngeren Gegner quittieren, nach dem er Springeropfer probierte, das nicht funktionierte und sein Gegner die Dame für zwei Figuren und Turm gab:
Unser Jojo Hierl (Brett8) ist nicht nur ein Spezialist für kuriose Eröffnungen (Elefantengambit, etc.), sondern auch für kuriose Partie-Enden. So auch diesmal, als Jojos Stellung eigentlich sturmreif aussah, der nominell deutlich stärkere Gegner sich aber veropferte und am Ende das Remis akzeptieren musste:
Zwischenstand 1,5:2,5.
An Brett 2 hatte ich früh mit Schwarz die Initiative ergriffen unds meinem Gegner „hängende Bauern“ verpasst, über die der fünfte Weltmeister Max Euwe lehrte:
Zwei auf derselben Reihe nebeneinander stehende und mindestens durch eine Linie von ihren Nebenleuten getrennte Bauern werden hängende genannt. Diese Bauernstellung hat Vor- und Nachteile. Sie stellt für ihren Besitzer ein fast so großes Problem dar wie isolierte Bauern.
Tatsächlich tendierten die Bauern meines Gegner zur Schwäche wegen dauerhafter Fesselungen und der ungünstigen Position der weißen Dame. Die Hitze im Turniersaal und die altersbedingte Nachmittagsmüdigkeit machten beiden Spielern die konkrete Variantenberechnung schwer, wir setzten beide nicht optimal fort und am Ende siegte ich verdient nach knapp dreieinhalb Stunden durch den letzten Fehler meines Gegners. 2,5:2,5.
Praktisch zeitgleich gewann auch Christian Junker (Brett 6) sein Spiel, nachdem er einen herrlichen Springervorposten auf c4 errichten konnte und mit den Türmen in die gegnerische Stellung eindrang.
3,5:2,5. Und es kämpften noch Alvaro Gallardo (Brett 3) und F.X. Beer (Brett 4), wobei ersterer auf einen Sieg zusteuerte und letzterer auf eine Niederlage, auch wenn sich F.X. trotz Minusfigur noch (unberechtigte) Hoffnung auf ein Dauerschach im Damenendspiel machte. Er war mit einem hässlichen „Loch“ auf b6 und einem rückständigen Bauernschwächling auf b7 schon früh positionell auf die schiefe Bahn geraten:
Alvaro Gallardo Estrella war vor gut 10 Jahren zum Schachklub Neumarkt gestoßen und hatte sich dort rasch als Spitzenspieler etabliert. Leider hatte er auch beruffsbedingt vor 10 Jahren das letzte Spiel für uns bestritten. Dem Hilferuf im Abstiegsstrudel ist er aber dankeswerterweise gefolgt, und hat auch gleich gezeigt, dass er nichts verlernt hat. Positionell gelang im eine überzeugende Leistung und bis zum Schluss rechnete man allseits mit einem klaren Sieg, bis sein Gegner, ein alter Hase, einen „alte-Hasen-Patt-Trick“ auspackte und sich damit das Remis sicherte.
Bitter, dass Alvaro unmittelbar nach dem Ende gezeigt hat wie er schön hätte gewinnen können:

Trotzdem gut zu wisssen, dass wir mit Alvaro einen saustarken Spieler in der Hinterhand haben.
Der Punktgewinn mit dem 4:4 verschafft uns zumindest etwas Luft. und hält uns erstmal von den Abstiegsplätzen 9 und 10 fern, auch wenn uns am Ende noch die Relegation erwarten könnte.

