Kandidatenturnier 2026
Vom 29. März – 16. April finden das Kandidaten- und Kandidatinnenturnier auf Zypern statt, bei denen die Herausforderer der amtierenden Weltmeister Gukesh Dommeraju und Ju Wenjun gesucht werden. Es wird doppelrundig gespielt mit einer Bedenkzeit von 2h für 40 Züge und 30 Minuten für den Rest der Partie mit 30 Sekunden Inkrement ab Zug 41 bei den Herren und 1,5h + 30 Minuten mit 30 Sekunden Inkrement ab Zug 1 bei den Damen. Rundenbeginn ist jeweils um 14:30h, Ruhetage sind am 02., 06., 10. und 13. April.
Bei den Herren ist erstmals seit 1991 mit Matthias Blübaum wieder ein Deutscher Starter mit von der Partie, der sich als Zweiter beim Grand Swiss 2025 für das Kandidatenturnier qualifiziert hat. Dagegen verpasste die deutsche Nummer 1 Vincent Keymer knapp die Qualifikation und reiht sich damit ein in einen illustren Kreis großer Namen – u.a. Arjun Erigaisi, Nodirbek Abdusattorov, Alireza Firouzja, Wesley So und Levon Aronian – die auf den nächsten WM-Zyklus hoffen müssen.
Als Favorit wird oft Fabiano Caruana genannt, Anish Giri und Praggnanadhaa sind weitere heiße Kandidaten. Einen großen Sprung machte zuletzt Javokhir Sindarov und könnte ähnlich wie Gukesh vor zwei Jahren für eine Überraschung sorgen. Matthias Blübaum ist nach ELO geteilter Siebter, hat aber beim Grand Swiss und auch in Wijk aan Zee bewiesen, dass er gegen ganz große Namen nicht nur bestehen, sondern auch gewinnen kann. Man darf also gespannt sein wohin seine Reise gehen wird.
In der ersten Runde gab es gleich drei entschiedene Partien: Pragg überraschte Giri mit dem Grand-Prix-Angriff und setzte sich im Endspiel durch. Sindarov stand gegen Esipenko kritisch, doch nachdem dieser einen Bauern geschlagen hatte, entfaltete sich die Aktivität von Sindarovs Figuren. Caruana hatte gegen Nakamura trotz ungleichfarbiger Läufer ein gewonnenes Endspiel auf dem Brett, auch wenn er ihn an einer Stelle ins Remis hätte entschlüpfen lassen. Blübaum vesuchte gegen den Isolani von Wei Yi Druck aufzubauen, aber dieser organisierte schnell genug ausreichend Gegenspiel, so dass Blübaum keinen besseren Weg fand als das Turmopfer mit folgendem Dauerschach anzunehmen.
Wesentlich ruhiger ging es in Runde zwei zu, in der an allen Brettern der Punkt geteilt wurde. Blübaum war gegen Sindarov etwas unter Druck geraten, fand aber eine gute Verteidigung um den Laden zusammen zu halten.
In Runde drei spielte Blübaum wieder gegen den Isolani, gestatte Esipenko aber diesen aufzulösen. Dies hätte bei genauem Spiel zu einem unangenehmen Endspiel führen können, doch so ging es zügig in ein ausgeglichenes Läuferendspiel. Sindarov opferte gegen Pragg einen Springer für zwei Bauern und wurde dafür im Zeitnotduell belohnt, nachdem Pragg nicht die beste Verteidigung gefunden hatte. Auch Caruana gelang sein zweiter Sieg bereits nach 19 Zügen, da Wei Yi eine Figur verloren hatte.
Runde vier sah das Duell der beiden Spitzenreiter und hierbei gelang es Sindarov Caruana auszupräparieren. Mit einer Stunde weniger auf der Uhr fand Caruana nicht den besten Plan und geriet in eine schwierige Stellung, die Sindarov trocken verwertete. Blübaum spielte auch in seiner dritten Weißpartie gegen einen Isolani und auch gegen Pragg gab es ein Remis. Mit demselbem Resultat endete die Partie zwischen Wei Yi und Nakamura, allerdings war Wei im 40. Zug ein folgenschwerer Fehler unterlaufen, so dass das Doppelturmendspiel objektiv verloren war. Nakamura fand den Gewinnweg nicht und das folgende Turmendspiel mit Minusbauer war leicht zu halten. Giri wählte gegen Esipenko eine riskaten Variante und musste mit seinem König aus der Mitte flüchten. Bei einem Figurentausch wählte Esipenko den Rückschlag mit der falschen Figur und aus einer vorteilhaften war eine quasi verlorene Stellung geworden.
Nach dem ersten Ruhetag knüpfte Sindarov nahtlos an seine starke Performance an. Nakamura hatte eine scharfe Variante gegen ihn gewählt, wurde aber im zwölften Zug überrascht. Er investierte eine Stunde und acht Minuten für seinen nächsten Zug, der nicht die beste Fortsetzung war und landete alsbald in einem verlorenen Endspiel. Caruana konnte seine Partie ebenfalls gewinnen und sorgte dabei für die erste Niederlage von Blübaum. Bei unterschiedlichen Rochaden war die weiße Stellung angenehmer zu spielen, Blübaum gelang es nicht alle Figuren ins Spiel zu bekommen und geriet in einen Mattangriff. Die Partien zwischen Pragg und Esiepenko sowie Giri und Wei endeten nach ausgeglichenem Verlauf jeweils remis.
Tags darauf wurde Sindarov das erste Mal in der Eröffnung überrascht – Wei entschied sich für eine Wiener Partie – und dadurch die schlechtere Bedenkzeit. Doch bald hatte Wei sein Polster aufgebraucht und dann passierte Ähnliches wie am Vortag: Wei überlegte 45 Minuten an einem Zug und danach übernahm Sindarov die Initiative bis er eine gewonnene Stellung auf dem Brett hatte. Damit hat Sindarov nun 5,5/6 und bereits 1,5 Punkte Vorsprung auf Caruana, der sich gegen Esipenko keinen entscheidenden Vorteil erspielen konnte. Unentschieden endeten auch die beiden anderen Partien, wobei Blübaum früh eine Struktur mit isoliertem f-Doppelbauern und isoliertem Randbauern zuließ. Doch ohne Damen stand sein König auf h6 erstaunlich sicher und Giri fand kein Durchkommen. Nach langem Lavieren reichte man sich nach 84 Zügen – mehr als die Hälfte davon waren Springerzüge – die Hand.
Nach vier Siegen in Folge musste sich Sindarov mal wieder mit einer Punkteteilung begnügen. Gegen Giri hatte er wiederum eine Stunde mehr auf der Uhr und machte Druck. Aber Giri zog die Reißleine, opferte eine Qualität und wickelte in ein haltbares Endspiel ab. Blübaum hatte ebenfalls einen Zeitvorteil von einer Stunde und fand eine Sequenz, wonach er im Endspiel mit Damen und ungleichfarbigen Läufern etwas Druck machen konnte. Aber Nakamura bot keine Angriffsfläche und der Punkt wurde geteilt. Ein weiteres Unentschieden gab es zwischen Pragg und Caruana, wohingegen Esipenko gegen Wei die Rochade verweigerte und damit im Prinzip Selbstmord beging.
Nach der Hälfte des Turniers führt Sindarov ungeschlagen mit unglaublichen 6/7 vor Caruana mit 4,5 Punkten, sowie Giri und Pragg mit 50%. Blübaum folgt nach sechs Remis auf Rang fünf.
Zum Auftakt der Rückrunde musste sich Sindarov gegen Esipenko nach zuvor drei Siegen mit den schwarzen Steinen erstmals mit einem Remis begnügen. Dennoch baute er seinen Vorsprung auf zwei Punkte aus, da Caruana gegen Nakamura im Doppelturmendspiel nicht den einzigen Weg ins Unentschieden fand. Pragg war die ganze Partie über unter Druck gestanden und kurz vor der ersten Zeitkontrolle geriet er auf Abwege und Giri machte den Sack zu. Auch Blübaum hatte eine unangenehme Stellung zu verteidigen, doch ihm gelang es den Laden zusammenzuhalten, auch nachdem Wei mit einem Turmopfer der Sache nochmal Würze verliehen hatte.
In Runde neun hat Sindarov das erste Mal in diesem Turnier eine vielversprechende Stellung nicht verwerten können. Blübaum erhöhte mit der langen Rochade das Risiko, doch wenig später geriet er unter starken Druck. Sindarov spielte aber auf Nummer sicher und ließ den Damentausch zu, wonach Blübaum keine Probleme hatte die Stellung zu halten. Damit konnte im Verfolgerduell zwischen Caruana und Giri ein potentieller Sieger den Rückstand auf 1,5 Punkte verkürzen. Giri hatte im Mittelspiel die aktiveren Figuren und fand kurz nach der ersten Zeitkontrolle ein hübsches Mattnetz. Für Caruana scheint sich die Geschichte vom vorletzten Kandidatenturnier zu wiederholen. Damals spielte er eine starke Hinrunde mit 5/7 aber mit Ian Nepomniachtchi hatte ein Spieler sogar einen halben Zähler mehr auf dem Konto. Im Bestreben zum Spitzenreiter aufzuschließen gelang Caruana dann nicht mehr viel und er holte nur noch 1,5 Punkte. Auch diesmal hatte er mit 4,5 eine starke Hinrunde, aber Sindarov schoß mit 6/7 den Vogel ab. Mit zwei Niederlagen zum Auftakt der Rückrunde ist der Zug damit für Caruana schon abgefahren. Pragg hatte gute Chancen gegen Wei, musste sich aber mit einem Remis zufrieden geben, während in der Partie zwischen Nakamura und Esipenko die Stellung stets ausgeglichen war.
Business as usual auf Zypern: dreimal Remis und Sindarov gewinnt. Pragg hatte eine scharfe Variante gewählt, in der er eine Figur für zwei Bauern bekommt, dafür aber eine offene Königsstellung hat. Unverständlicherweise ließ er später zu, dass Sindarov nicht nur die Dame für zwei Türme bekam, sondern mit drei Schachgeboten auch den Läufer, wonach das Endspiel gewonnen war. Giri bekam gegen Nakamura nichts Greifbares und hat damit vier Runden vor Schluss wieder zwei Punkte Rückstand auf Sindarov (8/10!). Auch bei Esipenko gegen Blübaum sowie Wei gegen Caruana wurde die Remisbreite nie verlassen.
In Runde elf sah man Sindarov ausnahmsweise mal auf der Uhr im Hintertreffen. Caruana hatte einen Bauern geopfert um danach trotz rezuziertem Materials mit aktiveren Figuren Druck auszuüben. Sindarov gab den Bauern zurück und fand am Ende eine Abwicklung, in der er den gefährlichen Freibauern für seinen Läufer bekam und seine verbundenen Freibauern das Remis gegen den Springer sicherten. Giri bekam die Gelegenheit gegen die Isolani-Stellung von Esipenko Druck zu machen, tauschte dann aber die falsche Leichtfigur und musste sich ins Remis fügen. Nakamura und Wei wiederholten schnell die Züge, dagegen war Blübaum in eine unangenehme Stellung gegen Pragg geraten. Zunächst fand er einen Weg aus der Misere, doch kurz vor der ersten Zeitkontrolle bekam Pragg die nächste Chance. Doch Pragg packte die Gelegenheit nicht beim Schopf und Blübaum rettete sich ins Unentschieden.
Nicht wirklich überraschend ging die Partie zwischen Sindarov und Nakmamura zügig über die Bühne, in einem Endspiel mit ungleichfarbigen Läufern endend. Damit hätte Giri nochmal etwas Spannung in das Turnier bringen können, verpasste im Endspiel aber zwei Gewinnchancen gegen Wei. Dadurch blieb es beim Zweipunktevorsprung für Sindarov, der am Dienstag gegen Giri mit einem Remis den Sack zu machen kann und selbst bei einer Niederlage in der letzten Runde gegen Wei nur noch einen halben Zähler benötigt. Blübaum gelang es Caruana unter Druck zu setzen, doh dieser hielt Stand. Ein unsepktakuläres Remis gab es zwischen Esipenko und Pragg.
In der vorletzten Runde versuchte Giri Druck auszuüben, aber Sindarov wickelte in ein Turmendspiel mit etwas schlechterer Bauernstruktur ab und hielt dieses problemlos zum Turniersieg. Wei bezwang Esipenko und Caruana hatte nach einem Figurenopfer für drei Bauern beste Gewinnaussichten gegen Pragg, vergab seinen Vorteil aber kurz vor der ersten Zeitkontrolle. Blübaum spielte auch gegen Nakamura remis und übersprang damit im Live-Rating erstmals die 2700 EL0-Marke.
Zum Abschluss wickelten Sindarov und Wei im Eiltempo in ein Läuferendspiel ab und nach knapp zehn Minuten war das Remis unterschriftsreif. Damit stellte Sindarov einen neuen Punkterekord auf (sechs Siege sind ebenfalls Rekord) und übertraf Ian Nepomniachtchis 9,5 Zähler aus 2022. Auch Pragg gegen Nakamura ging unspektakulär über die Bühne, dafür wurde an den beiden anderen Brettern gekämpft. Caruana übernahm mit einem typischen Qualitätsopfer bei heterogenen Rochaden die Initiative und bezwang Esipenko. Blübaum wählte gegen Giri eine scharfe Variante, doch die lange Rochade erwies sich als Bumerang. Zwar bekam er für eine geopferte Figur drei Bauern, trotzdem war die resultierende Stellung hoffnungslos. Damit blieb Blübaum ein Sieg in diesem hochkarätigen Feld verwehrt und er fiel mit zwölf Unentschieden auf Rang sechs zurück, vor dem punktgleichen hochgehandelten Pragg. Giri wurde mit 8,5 Punkten Zweiter, ein Ergebnis, das bei den jüngsten Kandidatenturnieren oft zum Sieg gereicht hatte.
Bei den Damen weist Zhu Jiner die höchste ELO auf, aber auch Ex-Weltmeisterin Tan Zhongyi, die das Kandidatinnenturnier 2024 gewonnen hat muss man auf der Rechnung haben. Gespannt sein darf man auch auf den Auftritt von Bibisara Assaubayeva und Divya Deshmukh, die sich in den letzten Monaten in die Top-10 gespielt haben.
In der ersten Runde endeten alle vier Partien remis, wobei Assaubayeva, Zhu Jiner unnd insbesondere Goryachkina ihre Chancen hatten. Dasselbe Bild gab es in Runde zwei, wobei Deshmukh und wiederum Zhu Jiner einen halben Punkt liegengelassen haben. In der dritten Runde gab es die ersten entschiedenen Partien: Assaubayeva schlug Zhu Jiner und Lagno gewann eine Partie mit vielen Wendepunkten gegen Tan Zhongyi. Goryachkina gelang es nicht ihr Turmendspiel mit Mehrbauer gegen Deshmukh zu gewinnen, wohingegen sich bei Vaisahli und Muzychuk die Partie immer im Gleichgewicht befand. Dafür bezwang Muzychuk in Runde vier Lagno mit einer hübschen Schlusskombination und Zhu Jiner bezwang Deshmukh.
In Runde fünf trennten sich Goryachkina und Muzychuk remis, wohingegen Assaubayeva gegen Lagno früh auf Abwege geriet. Auch Zhu konnte ihre Partie gegen Vaishali gewinnen und schloß damit zur Tabellenspitze auf.
Doch am nächsten Tag wurde Zhu ihre unsichere Königsstellung zum verhängnis und Muzychuk übernahm mit ihrem Sieg die alleinige Führung mit einem Zähler Vorsprung vor einem Verfolgerinnenquintett. Denn auch Lagno verlor ihre Partie gegen Vaishali nach einem dramatischen Zeitnotduell mit Gewinnchancen für beide in komplizierter Stellung. Zeitnot spielte auch beim Sieg von Deshmukh eine gewichtige Rolle, da Assaubayeva im 40.Zug den entscheidenden Fehler beging. Nach ihrer zweiten Niederlage in Folge ist Assaubayeva damit von der Spitze ans Tabellenende zurückgefallen. Goryachkina konnte gegen Tan zwar die Dame für Turm und Läufer gewinnen, fand gegen die Verteidigungsaufstellung der Gegnerin aber kein Durchkommen.
Runde sieben sah zwei unspektakuläre Remis zwischen Muzychuk und Assaubayeva sowie Goryachkina und Zhu. Deshmukh hatte derweil gute Chancen auf einen Sieg, doch am Ende entschlüpfte Lagno ins Unentschieden. Tan hatte ebenfalls eine sehr gute Stellung, doch zuerst ging ihr Vorteil flöten und dann übersah sie obendrein einen taktischen Schlag, der eine Figur kostete.
Zur Halbzeit führt Muzychuk mit 4,5 Punkten vor Vaishali mit 4 und vier Spielerinnen mit 50%.
Muzychuk war gegen Deshmukh drauf und dran ihre Führung zum Auftakt der Rückrunde auszubauen, doch im Damenendspiel hätte sie dann mit einem Remis zufrieden sein müssen und verlor sogar noch. Dadurch zog nicht nur Deshmukh mit ihr gleich, sondern auch Vaishali mit einem Remis gegen Assaubayeva, sowie Lagno und Zhu mit Siegen über Goryachkina und Tan.
Aus dem Spitzenquintett wurde in Runde neun ein Führungsduo. Zhu bezwang Lagno mit einem agilen Springer im Endspiel. Lagno blieb damit ihrer Linie treu: nach jedem ihrer drei Siege folgte umgehend eine Niederlage. Vaishali hat nun ebenfalls 5,5 Punkte auf ihrem Konto, nachdem sie sich dank starker vorgerückter Bauern gegen Deshmukh durchsetzen konnte. Dagegen konnte Muzychuk ihre vorteilhafte Stellung gegen Tan nicht verwerten und auch Goryachkina teilte den Punkt mit Assaubayeva.
Vaishali kam zu einem ungefährdeten Unentschieden gegen Muzychuk und übernahm damit die alleinige Tabellenführung, da Zhu gegen Assaubayeya unterlag. Lagno verpasste eine Chance gegen Tan und Deshmukh unterlief gegen Goryachkina um Leichtfigurenendspiel mit sieben Sekunden auf der Uhr der entscheidende Fehler. Damit fiel Deshmukh auf Rang sieben zurück, hat aber vier Runden vor Schluss nur 1,5 Zähler Rückstand auf die Spitzenreiterin.
In Runde elf konnte Vaishali ihre Führung ausbauen, nachdem Goryachkina eine Qualität eingebüßt hatte. Die restlichen Partien endeten remis.
Dagegen entglitt Vaishali Tags darauf die Partie gegen Zhu in Zeitnot und musste sich ob der Doppeldrohung Matt oder Turmverlust geschlagen geben. Dadurch bekam auch Muzychuk gegen Goryachkina die Chance zur Spitze aufzuschließen. Mit einem Mehrbauern im Turmendspiel spielte sie lange Zeit alles richtig, Goryachkina musste den Turm für den starken Freibauern geben, hatte dafür aber selbst ein verbundenes Freibauernduo. Mit acht Sekunden auf der Uhr unterlief Muzychuk doch noch ein Fehler und Goryachkina rettete sich dank einer Pattfalle ins Remis. Assaubayeva war gegen Lagno in größere Probleme gekommen, doch in der Zeitnotphase kippte die Partie. Tan hatte vor dem Turnier gegen alle Konkurrentinnen eine positive Bilanz, doch ihr gelang erst in Runde zwölf gegen Deshmukh der erste Sieg. Nach dem letzten Ruhetag gibt es in den letzten beiden Runden einen Vierkampf um den Turniersieg: Zhu und Vaushali führen mit 7 Punkten, Assaubayeva und Muzychuk folgen mit einem halben Zähler Rückstand.
In der vorletzten Runde geriet Vaishali gegen Tan unter Druck, konnte die Partie aber halten. Dagegen musste sich Muzychuk in einem Endspiel mit ungleichfarbigen Läufern Assuabayeva geschlagen geben. Zhu hatte gegen Goryachkina einen Bauern mehr, musste aber deren Freibauern im Auge behalten. Mit dem Vormarsch des g-Bauern schwächte Zhu ihre Königsstellung und dies wurde ihr letztlich zum Verhängnis. Damit gehen Assaubayeva und Vaishali als Führende in die letzte Runde, Zhu liegt einen halben Zähler zurück. Auch das Trio mit einem Punkt Rückstand hat noch Chancen auf Tie-Breaks, darunter auch Lagno die gegen Deshmukh gewinnen konnte.
Zum Abschluss ging Assaubayeva großes Risiko gegen Deshmukh, die in Zeitnot den Gewinnweg nicht fand. Assaubayeva blieb nichts anderes übrig Dauerschach zu geben und auf einen günstigen Ausgang in der Partie von Vaishali gegen Lagno zu hoffen. Vaishali hatte einen Bauern mehr, dafür nannte Lagno viele Angriffslinien gegen den lang rochierten König ihr Eigen. Aber Vaishali ließ trotz offener a-Linie nichts zu und konterte schließlich erfolgreich am Königsflügel. Damit sicherte sich Vaishali mit 8,5 Punkten den Turniersieg vor Assaubayeva mit 8 sowie Zhu und Goryachkina mit 7,5. Zhu spielte in der letzten Runde remis gegen Muzychuk und Goryachkina bezwang Tan.
Übersicht beim Schachbund
Interview mit Matthias Blübaum beim Schachbund
Interview mit Matthias Blübaum
Vorbericht mit Gustafsson und Svidler
Live-Stream mit Jan Gustafsson und Peter Svidler
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