2. MannschaftAllgemeinSaison 25/26

Bezirksliga 2a – 8. Spieltag

Bange Gesichter schon vor der Fahrt der zweiten Mannschaft am vorletzten Spieltag zum Topfavoriten aus Bechhofen (aktuell Tabelledritter): würde wir uns die Fahrt angesichts der hohen Spritpreise eigentlich leisten können? Eine kurze Überschlagsrechnung zeigte: die 3,68 € Mehrkosten würden wir zusammenbekommen, aber – um dem Endergenis vorwegzugreifen – kann man wohl mir Fug und Recht behaupten, dass dies der teuerste und kurioseste Mannschaftspunkt war, den der Schachklub jemals erkämpft hatte.
Dabei ging es ganz gut los, als uns der Mannschaftsführer unseres Gastgebers zu Beginn mitteilte, dass zwei seiner Spieler am Morgen kurzfristig absagen mussten, so dass wir die Bretter 3 und 5 kampflos gewinnen würden. 2:0
Nach zwei Stunden brachte einer der spielenden Youngsters im Team – André Schilay (Brett 7) – ein stellungsgerechtes Remis nach Hause, auch, wenn er durchaus hätte versuchen können, seinen Altersvorteil in die Waagschale zu werfen. 2,5:0,5

An den verbleibenden 5 Brettern waren wir nun mit Ausnahme von Brett 6 klare DWZ-Underdogs und es würde sicher noch spannend werden, ob wir die zum Sieg notwendigen zwei Punkte würden erreichen könnten.
An Brett 1 hatte es unser Winfried Weber mit dem Topscorer der Liga, Benedikt Heller (7 aus 7!), zu tun. Er konnte aus der Eröffnung wenig rausholen und nach fast 3 Stunden entschied er sich für eine risikante Fortsetzung, an deren Ende sein Gegner bereits die Springergabel gesehen hatte, die die Mehrfigur gewinnt. Winnie musste aufgeben. 2,5:1,5


An Brett 8 kämpfte unser Niklas Rebler mit Schwarz und stand zwischenzeitlich ziemlich gut bis er beim Übergang ins Endspiel in eine äußerst passive Haltung gezwungen wurde, die nicht mehr zu halten war. 3,5:2,5


Meine Wenigkeit hatte an Brett 2 mit dem Leistungssportreferenten der Bayerischen Schachjugend, Klaus Böse, zu tun. Ich kam früh in Schwierigkeiten mit großem Zeitaufwand konnte ich nach umständlichen Manövern den Laden gerade so zusammenhalten, rechnete aber bereits mit dem Schlimmsten. In „böser“ Zeitnot (will heißen, ich spielte nur noch auf Inkrement) konnte ich keinen klaren Gewinnweg für meinen Gegner entdecken. Mein innerer Trump (aka Schweinehund) fabulierte bereits:“In wenigen Zügen wird FRIEDEN sein, er wird mich um das Remis ANBETTELN“, da fiel mein Blättchen und die Partie war verloren, in zugegebenermaßen ungünstiger Stellung. Nun denn, auf die Vernichtung Bechhofens werde ich verzichten, weil ich eine gute Kinderstube genoss. [Notiz an Verfasser: diesen Abschnitt vor nächster Amerika-Reise löschen.] 2,5:3,5


Wie bei so manchen Mannschaftkameraden setzt sich auch mein saisonales Formtief nahtlos fort. Aber hey, Leute, wir haben damit etwas gemeinsam mit einem gewissen Herrn Gukesh aus Indien, von dem Land auf, Land ab behauptet wird, in dieser Form werde er seinen WM-Titel im November gegen Javokhir Sindarov nicht verteidigen können. Und es gibt wahrlich schlimmeres, als dass wir uns sagen müssen:“ In dieser Form werden wir nie Weltmeister.“.
Für einen Lichtblick sorgte nach fast 4 Stunden unser Christian Junker (Brett 6) mit einem verdienten Sieg nach druckvollem Spiel mit Schwarz. 3,5:3,5


Alle Augen auf Brett 4, wo Thomas Hummel in ein objektiv verlorenes Turmendspiel geraten war: des Gegners a-Bauer wanderte gemütlich unter Geleitschutz von Turm und König der Umwandlung entgegen und Thomas musste den Turm für den Bauern geben. Anstatt Thomas‘ König nun von seinen verbliebenen Bauern abzuscheiden, erlaubte sein Gegner Thomas stattdessen seinerseits einen Freibauern auf der h-Linie, der nicht zustoppen war. Als Thomas einen falschen Königszug machte, der ein Matt-in-zwei erlaubte, blieben die Herzen der Neumarkter Kiebitze für einen Augenblick stehen, bis sein Gegner den falschen Turmzug machte, die Chance verstreichen ließ, Remis! 4:4

Im folgenden Partiefragment fehlt leider das dramatische Ende.


Mit diesem glücklichen Unentschieden haben wir uns unerwartet auf dem 8. Platz „stabilisiert“ und könnten am letzten Spieltag mit einem Sieg noch den 7. Platz erreichen, wenn Jäklechemie gegen Süd 3 verlieren sollte. So gut waren unsere Aussichten auf den Klassenerhalt in dieser Saison fast noch nie.

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