2. MannschaftAllgemeinSaison 25/26

Bezirksliga 2a – 9. Spieltag

Die gute Nachricht vorneweg: mit einem besseren Resultat hätten wir unser Position in der Endtabelle nicht verbessern können, mit einem schlechteren Resultat hätten wir allerdings weiter abrutschen können.
Die Devise vor dem Match war „ein Sieg ist Pflicht“, weil wir uns so, bei einer gleichzeitigen Niederlage von Jäklechemie noch auf einen sicheren 7. Rang hätten verbessern können. Allerdings war für unsere Gäste ein 5:3-Sieg Pflicht, um noch an uns vorbeizuziehen. Entsprechend motiviert kamen unsere Gegen aus Heideck-Hiltpoltstein bereits 20 Minuten vor Matchbeginn am Gesindehaus an.


Von unserem Motto des Spieltags schien unser Ivan Krushevsky (Brett 6) nicht viel mitbekommen zu haben, bot er seinem Gegner doch nach 11 Zügen Remis und machte sich nach 15 Minuten „Arbeit“ auf den Heimweg. Dabei hätte die Schlussstellung durchaus Potential zum Weiterspielen geboten:

Schlag auf Schlag ging es nach gut 2 Stunden weiter, als zuerst Wolfgang Brunner (Brett 2) seine Partie mit einem schönen Damenfang gewann:

Praktisch zeitgleich meldete Noah Lehner (Brett 8) „Mission erfüllt“. Er hatte das Brett in Flammen gesetzt und mit zahlreichen Drohungen gegen Dame und König bereits im zehnten Zug eine Gewinnstellung erreicht. 2,5:0,5

Soweit lief alles nach Schlachtplan, aber unsere Gegner hatten ihr Ziel auf einen 5:3-Sieg noch nicht aufgegeben und an den verbleibenden Brettern sah es nicht so rosig aus.

Als erster musste nach dreieinhalb Stunden unser Christian Junker (Brett 7) die Waffen strecken. Er hatte seinem Gegner die Bildung eines gedeckten, und durch das Läuferpaar unterstützen Freibauern auf c6 erlaubt, was letztlich das Spiel entschied. 2,5:1,5

An Brett 3 hatte Mattias Birkner schon früh eine Schrottstellung zu verwalten. Meine Figuren standen sich im Grunde selbst im Weg und ich lud den Gegner zu allerhand Drohungen ein. Nachdem ich die zwei letzten Mannschaftsspiele auf Zeit verloren hatte, und auch diesmal wieder langsam unterwegs war, hastete ich in ein vollkommen aussichtsloses Endspiel. Nach 4 ein Viertel Stunden war der Ausgleich gefallen. 2,5:2,5

Nur 5 Minuten später musste auch noch Thomas Hummel (Brett 5) aufgeben, nachdem er seinem Gegner die bessere Bauernstruktur und einen Traumvorposten für den Springer auf d6 erlaubt hatte. 2,5:3,5

Unser von weit her angereister Winnie Weber (Brett 1) hatte schon mehrfach versucht, seine Partie Remis zu geben (unter anderem mit einer erfolglosen Reklamation auf dreifache Stellungswiederholung) aber erst als das Turmendspiel offensichtlich nicht mehr zu gewinnen war, hatte der Gegner nach gut viereinhalb Stunden ein Einsehen. 3:4

Zuletzt kämpfte noch unser Captain F.X. Beer an Brett 4 ein Endspiel mit Mehrbauer. Da sein Heidecker Gegner unbedingt gewinnen musste, verschmähte er das Läuferopfer gegen F.X. zwei verbliebene Bauern mit sicherem Remis im Endspiel Turm+ Läufer gegen Turm. Als F.X. Gegner seinen Turm auf f5 „einkerkern“ ließ, zögerte F.X. nicht lange und beendete das Spiel mit einer sehenswerten Kombi und Turmgewinn. Ein versöhnlicher Saisonabschluss für F.X. nach einer durchwachsenen Saison. Endstand 4:4

Da gleichzeitig Jäklechemie gegen Nürnberg gewann, hätten wir uns auch mit einem Sieg nicht verbessern können und immerhin halten wir so den 8. Platz.

In Personalunion als Autor und Redakteur darf ich mir nach einer harten Saison folgenden Einschub erlauben:

Warum Fußball toll ist und Schach doof.

An Tagen wie diesen muss die Frage erlaubt sein, warum es in Deutschland ungefähr 80 Millionen Fußballfans gibt und nicht mal ein Zehntel so viele Schachfans.Ich finde, die Antwort liegt auf der Hand: bei einem rassigen 5:4 im Championsleague Halbfinale gibt es viel zu jubeln. Jedes Tor, jeder Übersteiger, jede Glanzparade wird gefeiert. Junge, geh mal Bier holen! Im Schach sitzen wir nach der für das Publikum meist unverständlichen Partie im Schweiße unseres Angesichts da und suchen nach Fehlern, egal, ob gewonnen oder verloren. Einzig bei Noahs Partie hätte man nach jedem Kraftzug gerne eine la Ola gesehen. Selbst in meiner grottigen Partie habe ich dem Gegner hin und wieder nur innerlich zugejubelt ob seines Erfindungsreichtums. Aber Schach ist halt der einsamste Sport der Welt…

Auf- und Abstieg

„Franconia media est omnia divisa in partes quinque“, wie Julius Cäsar sagen würde. Der Schachbezirk Mittelfranken ist in fünf Teile aufgeteilt: Nord, Süd, West, Ost und Mordor (aka Mitte). Die jeweiligen Kreismeister und der Vizemeister aus Mordor dürfen in die Bezirksliga 2 aufsteigen, weshalb es theoretisch insgesamt 6 Absteiger aus den Staffeln B2a und B2b gibt. ABER häufig verzichtet der ein oder andere Verein auf die höheren Weihen und bleibt lieber im Kreis, was die Zahl der Absteiger verringert. Will also einer nicht aufsteigen, müssten wir ein Relegationsspiel gegen Erlangen 48 (den 8. der B2b) spielen… Näheres weiß man erst bei Meldeschluss im Bezirk Mitte Juli.

Resümee

Für eine gelungene Saison braucht es normalerweise ein, zwei Spieler, die eine starke Saison spielen. Das war dieses Jahr katastrophal nicht der Fall.Einzig Wolfgang Brunner (43%) war trotz dreier Niederlagen noch sowas wie eine Bank. Captain F.X. Beer (31%) musste zwischenzeitlich eine Serie von fünf Niederlagen verkraften, konnte aber immerhin im entscheidenden letzten Kampf punkten. „Getoppt“ wurde er nur noch von meiner Wenigkeit (28%), der mit sage und schreibe sechs Niederlagen eine außerordentlich miserable Saison spielte. Thomas Hummel (36%) – als letztjähriger Topscorer der Liga! – brachte es in der Saison gar nur auf einen Sieg. Ivan (50%) scorte ordentlich auch, wenn man sich hier und da etwas mehr Kampfgeist gewünscht hätte. Am erfolgreichsten spielte Christian Junker (56%) und steuerte die meisten Siege bei. Hoffnung macht Ersatzmann Noah Lehner, der kompromisslos auf Sieg spielt und noch eine Menge auf dem Kasten hat.

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