Vereinspokal 2026 – „Halbfinale“
Auf dem Weg Richtung großem Finale hatte es unser Youngster Andi Hierl im „Verliererfinale 1“ erst einmal mit seinem Cheftrainer Sebastian Mösl zu tun.
Sebastian vs. Andi – kein Respekt vor dem Trainer!
Die Partie begann in ruhigem Fahrwasser, das beiden Spielern bestens bekannt war. Allerdings hatte Andi einen Bauern mit „Minuskompensation“ geopfert, seine Figuren blieben unkoordiniert und der König unrochiert.

Von relevanten Bauernstrukturschwächen des Weißen konnte man in dieser Phase noch nicht sprechen. Allerdings verzichtete Sebi hier auf die Deckung des Bauern e5 (z.B. mit Lf4 oder Lb5) und Andi bekam den Bauern mit Gegenspiel zurück. Das Spiel verflachte dann recht schnell und bereits nach 22 Zügen wurde die Friedenspfeife geraucht.
Im anschließenden Blitz-Tiebreak ging es hoch her: Sebi hätte die erste Blitzpartie haushoch gewinnen sollen, Aber andi mogelte sich noch zum Remis. Die zweite Blitzpartie hätte Andi gewinnen sollen, vergurkte es aber ebenso zum Remis.
Also zum Armageddon: Weiß (Sebi) hat 5 Minuten gegen 4 Minuten von Andi, dafür reicht Andi ein Remis zum Gesamtsieg (alles ohne Zeit-Inkrement). Auch hier Drama hoch 10: Sebi macht Druck gegen den schwarzen König und hat einen freilaufenden Bauern auf der a-Linie auf dem Weg zur Dame. Andi spielt auf den letzten Sekunden und alles schaut nach einem sicheren Sie für Sebi aus. Bis er ein Damenschach auf seinen König übersieht und einen ungültigen Zug macht! Damit ist die Partie und das Match unglücklich verloren. Tja, wer die Chancen nicht nutzt, kriegt am Ende selber welche rein…
Andi vs. Jozef – kein Respekt vor dem Alter!
Das vorletzte Hindernis zum Pokalsieg für Andi Hierl ist unser starker Routinier Jozef Smyk. Andi begann die Partie stark, sehr stark. Jozef ließ sich einen Läufer lebendig begraben und auch sonst war die Figurenkoordination“ungünstig“.

An dieser Stelle spielte Andi 26.Td6?, um den Bauern c6 zurückzugewinnen. Stattdessen wäre 26.Sd5! ein hübscher Qualitätsgewinn gewesen (nach 26…cxd5 folgt Lxd5+ mit Gewinn des Turms, nach 26…Dxf2 schlägt man erst den Turm mit Zwischenschach 27.Sxe7+).
Trotz der verpassten Chance baute sich Andi eine druckvolle Endspielstellung auf

Au weia! Der Se6 ist gefesselt und mehrfach angegriffen. Mit 32.b4! würde ein Verteidiger vertrieben und eine Figur geht flöten. Andi schlug aber lieber mit hxg5 zurück und ließ auch diese Chance verstreichen.
Im weiteren Verlauf tauschte Andi zweimal auf e6 und entlastete damit Jozef, der sich so ins Remis rettete.
Vielleicht fehlt es unserem jungen Schachfreund hier noch an Lebenserfahrung, schließlich war der Druck auf Jozef vergleichbar mit dem auf einen Angestellten, der den Chef noch bis acht Uhr die Excel-Tabelle erstellen muss, aber unbedingt um sieben die Kinder vom Kindergeburtstag abholen muss. (Chef Andi hat hier quasi gesagt:“Ach, dann mach die Tabellen halt bis nächste Woche fertig. Schönen Feierabend!“).
Also wieder Blitz-Tiebreak: In der ersten Blitzpartie setzte Andi Jozef auf der Uhr und dem Brett unter Druck und gewann verdient. In der zweiten Partie war von Andi nichts zu sehen und außer lautem Seufzen auch nichts zu hören. Ausgleich. Armageddon! Eine absolut überzeugende Leistung von Andi als Weißem mit guter Übersicht über alle Drohungen auf dem Brett und ein verdienter Sieg!
Das Finale zwischen Ralf und Andi findet am nächsten Freitag statt und verspricht ein Leckerbissen zu werden.
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